Klare-Spree-Tour 2016

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Blog-Archiv
Ein toter Fluss. In der Spree spiegeln sich höchstens noch grüne Blätter. | Foto: gruene-fraktion-brandenburg.de
Ein toter Fluss. In der Spree spiegeln sich höchstens noch grüne Blätter. | Foto: gruene-fraktion-brandenburg.de

Die Spree hat ein Problem: Verockerung. Etwa 50 km nördlich von Bautzen wird aus dem klaren Fluss ein zu Tode betrübter Strom. Brauner Eisenhydroxid-Schlamm, dessen Ursache im Betrieb von Braunkohle-Tagebauen zu finden ist, überzieht kilometerweit den Flusslauf und lässt dabei Pflanzen und Fische verschwinden. Die Spree ist in einigen Teilen Brandenburgs sprichwörtlich tot. Zudem steigt durch die Verunreinigung der Sulfatanteil in der Sprjewja. Diese Tatsache hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität in Spreeanliegergemeinden in Sachsen, Brandenburg und Berlin.

Kippt die Spree, kippen ganze Ökosysteme.

Um dieses Szenario mit noch deutlich mehr Aufmerksamkeit auszustatten, schnallten sich zwei Landtagsabgeordnete der Grünen aus Sachsen und Brandenburg, Franziska Schubert und Benjamin Raschke, ein E-Tandem unter den Hintern und radelten im Rahmen der „Klare-Spree-Tour 2016“ den kompletten Spreelauf ab, um auf die Zerstörung des Flusses öffentlichkeitswirksam hinzuweisen.

Der Tourverlauf:

25.07. Ebersbach-Neugersdorf – Bautzen
26.07. Bautzen – Neustadt/Spree
27.07. Neustadt/Spree – Spremberg – Welzow
28.07. Spremberg – Cottbus
29.07. Cottbus – Raddusch
30.07. Raddusch – Schlepzig
31.07. Schlepzig – Briesen
01.08. Briesen – Grünheide
02.08. Grünheide – Berlin

Abschließendes Ziel der Radtour war das Bundeskanzleramt mitsamt der Übergabe verschiedener Wasserproben und eines Offenen Briefs an die Bundeskanzlerin. Darin heißt es unter anderem:

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel, wir bitten Sie, sich des Problems anzunehmen. Bitte setzen Sie sich für unsere Region ein! Der Bund muss entweder über ein neues Bund-Länder-Abkommen die Lausitzer und Mitteldeutsche Verwaltungsgesellschaft adäquat finanziell ausstatten – oder andere effektive Lösungen einsetzen. Nur so können technische Lösungen an verschiedenen Orten erforscht und zügig umgesetzt werden. Der Bund muss mit den Länder so verhandeln, dass es bei einer weiteren Kostenbeteiligung des Bundes nicht zeitgleich Tagebauerweiterungen geben darf. Die Betreiber aktueller Tagebaue müssen in die Pflicht genommen werden, die entstehenden Schäden aufzuräumen, damit nicht erneut das eintritt, was wir am Beispiel der verockerten Spree erleben.

Dazu auch mein Interview mit Jens Bitzka aus dem Jahr 2013: „Die Spree – In 100 Jahren wieder klar“.

 

DünnesB