Ahrens stabil: „Mit mir gibt es keine Politik gegen Flüchtlinge.“

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Bleiben wir doch gleich beim amtierenden Oberbürgermeister der Stadt Bautzen. Ahrens, der nach dem Brand des ehemaligen Hotels „Husarenhof“ mit seiner umsichtigen Art und Weise Schlimmes nicht noch schlimmer machte, wurde heute Morgen von Thilo Schmidt für das Deutschlandradio porträtiert.

Ahrens, ein schlanker, filligraner Mann, 50 Jahre alt, kurzes graues Haar, Drei-Tage-Bart. Als er im letzten Jahr – ein halbes Jahr vor dem Brandanschlag – in den Wahlkampf startete, wiederholte er es mantraartig, vom ersten Tag an: Mit ihm werde es keine Politik gegen Flüchtlinge geben. Für sächsische Verhältnisse fast schon unerhört.

„Und mir wurde von Anfang an gesagt, du hast da überhaupt keine Chance. Du kommst nicht von hier, du bist noch nicht mal in der DDR aufgewachsen, und obendrein trittst du in den Wahlkampf mit dem Slogan: Mit mir gibt es keine Politik gegen Flüchtlinge. Und das in einer Stadt, die bei der Landtagswahl den höchsten Stimmenanteil an AfD- und NPD-Stimmen hatte.“

11 Gedanken zu „Ahrens stabil: „Mit mir gibt es keine Politik gegen Flüchtlinge.“

  1. Eine gute Idee für Bautzen

    Wenn man Sonntags in Bautzen in der Altstadt spaziert, fällt auf, das gefühlt mindestens jeder 3. einen Rollator oder eine Gehhilfe benutzt. Was nun tun, wenn junge Leute fehlen?

    Mein Vorschlag, klingt auf den ersten Blick utopisch: Jedes Unternehmen, das einen Asylbewerber einstellt, müsste sich um den Lohn des neuen Mitarbeiters keine Sorgen zu machen, den übernimmt der Staat erst mal für 3 Jahre. Die freiwerdenden Mitarbeiter erhalten dann auch vom Staat den alten Lohn weiter und könnten dann die Asylbewerberbetreuung intensiv übernehmen. Ich denke innerhalb kurzer Zeit wäre die Sprachbarriere vergessen und die Qualifizierung könnte beginnen. Ein Anreiz für Asylbewerber zu schnell wie möglich die Deutsche Sprache zu lernen, könnte dann der Familien Nachzug oder der von Freunden sein. Der Familiennachzug kurbelt dann kräftig den Wohnungsbau an und das schafft wiederum neue Arbeitsplätze, wir brauchten größere Einkaufszentren, neue Lehrer, neue Sozialarbeiter, größere Bibliotheken und so weiter.

    Für mich vorstellbar, das zum Beispiel in Ämtern, die sich um das Stadt-grün kümmern zusätzlich auf jeden Mitarbeiter mindestens einige anerkannte Asylbewerber kommen, die dadurch ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen könnten. Ich könnte mich Vorstellen, das es auch im stadteigenen Saurierpark, Kindergärten, Bauhof, Museen Bibliotheken viele Einsatzmöglichkeiten von anerkannten Asylbewerbern gibt. Wenn dafür die Eintrittpreise oder Gebühren vorübergehend erhöht werden müssten, das würde das wohl fast jeder einsehen. Ich könnte mich hier vorstellen, das mindestens 500 anerkannte Asylberechtigte dann kein Hartz 4 mehr brauchten, sondern eine Arbeit hätten. Mehr Asylbewerber in Asylheimen kann nicht das Motto sein. Die für jeden logische Konsequenz müsste heißen raus in die Produktion oder in Stadteigene Betriebe, damit anerkannte Asylbewerber ihren Lebensunterhalt selbst verdienen könnten.

    Ich denke hier könnte Bautzen eine Modellregion werden.

  2. Warum One Comment

    Ich verstehe Sie nicht. Ich dachte sie sind Pro Asyl und offene Grenzen für jeden. Sie können doch nicht nur die konzentrierte Unterbringung im Heim auf Dauer meinen oder?

    Wichtig sind nun einmal Arbeitsplätze und eine Integration. Gerade in einer großen und wirtschaftlich starken Stadt wie Bautzen kann man leichter neue Arbeitsplätze im öffentlichen Bereich Schaffen, weil man die Abgaben nur ein wenig erhöhen brauchte, oder bei Schwimmbädern, Verwaltung, Bibliotheken, Theater vielleicht aus einer akuten Notlage heraus erst mal kurzfristig sogar eine Million einsparen könnte. Ich denke das würden viele Menschen Einsehen im Interesse der Schutzsuchenden.

    Der anerkannte arbeitswillige Asylbewerber hat nun mal einen Anspruch auf Hartz4 und nicht auf eine kostengünstige Abschiebung in Heimen außerhalb der Stadt. Ich kann Sie da nicht verstehen, warum das ohne Kommentar sein soll oder sollen Schutzsuchende in Bautzen ihrer Meinung nach kein Anspruch auf Hartz 4 oder eigene Wohnung haben? Da muss man ran und neue Arbeitsplätze und Wohnungen schaffen, wie es überall in Deutschland in vorbildlicher Weise gemacht wird. Sonst werden die zukünftigen Fachkräfte wohl aus ihrer Stadt abwandern, wenn nicht wenigstens für eine eigene warme Wohnung, Arbeit und Bildung gesorgt wird.

  3. Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach in nur einer Woche. Mal sehen wie die Oberlausitz in 5 Jahren aussieht.

    Ob man dann immer noch die offizielle Meinung hat (Beitrag vom 14.07.2016 MESZ 09:29 Uhr auf Deutschlandradio): „Ahrens sagte: „Jetzt erst recht!“ – Flüchtlinge nach Bautzen holen, unterbringen, integrieren.“

    Ich vermute mal, dann muss ich als Einwohner wohl bald die Stadt verlassen und auf einem Dorf leben. Meine Frau hatte jedenfalls schon Angst im Lidl im Stadtzentrum einkaufen zu gehen.

    Fam. Ortseger

    1. Diese Aktionen sind schlimm, in der Tat. Und man wird sie durch nichts rechtfertigen können.

      Nur hat der Fall München schon einmal gar nichts mit irgendwelchen Füchtlingsbewegungen zu tun. Schauen Sie da ruhig einfach noch einmal selbst nach.

      Im Allgemeinen kann aber gesagt, dass es bei den meisten Taten um einen kulminierten Akt von Perspektivlosigkeit geht. Ich hatte das vor einigen Jahren schon einmal hier aufgeschrieben: https://lauterbautzner.eu/2012/09/06/nazis-trotz-guter-noten-14684808/

      Schauen Sie, als weiße, nicht geflüchtete Person, ruhig einmal in die Oberlausitz. Am vergangenen Samstag wurde in Niesky auf ein Flüchtlingsheim geschossen. Scheiben gingen zu Bruch. Sicher sollten die darin untergebrachten Menschen getroffen werden.

      Was meinen Sie, wie sich die Menschen in diesem Haus nun fühlen? Wenn sie wissen, dass jemand da draußen, im unmittelbaren Lebensumfeld, ihnen gerne den Tod ins Wohnzimmer bringen würde?

      Sie und ihre Frau brauchen gar nicht nach Ansbach zu schauen, um Angst im Lidl zu bekommen. Die Abgehängten dieser Welt verbreiten auch zwischen Görlitz und Bautzen Furcht und Schrecken. Das betrifft nun aber nicht unmittelbar Sie, sondern die Vielzahl der Neuankömmlinge. Oder, um es universeller zu fassen: Menschen.

  4. Herr Veselin

    Von Ihnen habe ich auch keine andere Antwort erwartet, als kulminierten Akt von Perspektivlosigkeit, also selbst Schuld, das andere mich mit Sprengstoffrucksack als Weißer in meinen Land in die Luft sprengen wollen.

    Ich bin Sprachlos Herr Veselin, einfach nur Sprachlos.

    1. Dass Menschen anderen Menschen Leid zufügen, kann auch darin begründet liegen, dass eine reiche Mehrheitsgesellschaft es nicht auf die Reihe bekommt, alle Menschen angemessen an dieser demokratischen Gesellschaft teilhaben zu lassen. Schauen Sie sich doch bitte einmal an, wer da von Deutschland aus in den heiligen Krieg zieht. Jugendliche und junge Erwachsene, die nichts mehr vom Leben erwarten, als anderes auszulöschen. Diesen jungen Menschen sind so ziemlich alle humanitären Züge abhanden gekommen, auch und vor allem durch ihre sozio-ökonomische Umgebung. Ob diese Personen dann beim IS landen oder von einer Kameradschaft aufgesammelt werden, ist dann im Endeffekt egal.

      Was hilft? Exakt: inklusive Bildung. Machen Sie sich doch darüber einmal Gedanken. Hmm? Was halten Sie davon, Herr Niemand? Mehr Förderung von Demokratiekompetenz, oder lieber alle Grenzen dicht?

  5. Zitat von Fam Ortseger: „…………Ich vermute mal, dann muss ich als Einwohner wohl bald die Stadt verlassen und auf einem Dorf leben. Meine Frau hatte jedenfalls schon Angst im Lidl im Stadtzentrum einkaufen zu gehen.“

    Hoffentlich haben Sie keine Angst, aber zum Glück für Sie, geht ja Ihre Frau einkaufen und darf alleine Angst haben.
    Ich hab Ihnen schon auf der Bautzen Seite geantwortet.
    Sollen wir uns unterkriegen lassen und schon beim aufstehen Angst haben, bei jedem Schritt.
    bei jedem Luftholen…………….???????????

    Das kann es doch nicht sein?

    Da nützt alles genütze nichts oder…………(.-)

  6. Im Moment grenzen dicht, ich könnte nur an einer demokratiewoche in der reichenstrasse teilnehmen wenn alle besucher einen Rucksack tragen können und man keine axtlänge Abstand zum Nachbarn braucht. Ich könnte träumen von mehr Bildung und Demokratie Kompetenz für alle abgehängten und noch mehr Flüchtlinge in bautzen und wir Schaffen das locker.
    Sie könnten doch vielleicht erst mal im kleinen anfangen, solange wie möglich eine kostenlose buchausleihe für alle zu ermöglichen, als die ganz grossen Probleme lösen zu wollen, die Millionen Menschen vor ihnen auch nicht gelöst haben. In vielen städten gibt es schon lange keine Bibliotheken mehr und wo gibt es noch eine kostenlose Ausleihe.

  7. Zitat von : „…..Im Moment grenzen dicht, ich könnte nur an einer demokratiewochebla,bla,bla……………

    Bloß gut das viele Schlau, Schlaus damals in den 80 „ern als es deutsche Terroristen von der RAF waren, auch an solche Lösungen dachten………..

  8. Zitat von Herrn niemand: „Bernd was wollen sie mir mitteilen? Wie leben doch jetzt und nicht im RAF Zeitalter.“

    Die Forderung Grenzen dicht, was soll das bringen?

    Wir hatten schon mal Grenzen dicht…………….
    und das war auch keine Lösung zumindest für die, die sich nicht in Ostalgie wälzen.

    Das stimmt wir leben jetzt und nicht im RAF oder im Mittelalter, aber jetzt hat jeder (mehr) Angst den Kopf aus der Tür zu strecken und viele jammern früher war eben alles besser………………..

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