„Bautzen bleibt bunt“-Infostand von Neonazis attackiert

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Das ausgediente Hotel (links) und das Bürogebäude: hier sollen in ein paar Wochen Flüchtlinge unterkommen.

Der Infostand des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt – Budyšin wostanje pisany“ ist am vergangenen Samstag Ziel einer Attacke von Neonazis geworden. Ab 14 Uhr wollten BBB-Engagierte Anwohnerinnen und Anwohner über die geplante Unterbringung von bis zu 300 Flüchtlingen am Käthe-Kollwitz-Platz informieren. Wie ein Augenzeuge berichtet, sollen sich umgehend nach dem Aufbau des Tisches zwei Männer daran zu schaffen gemacht haben.

Als der Infostand aufgebaut war, kamen zwei Typen an, die gezielt auf die Tische zugingen und diese mit ihren Füßen umwarfen sowie das Infomaterial des Bündnisses einsammelten und um sich warfen. Danach sind diese gleich abgehauen. Polizei traf erst nach Anruf durch die Veranstalter ein, etwa 10 Minuten später. Danach gesellte sich noch eine Gruppe junger Nationalisten um den Stand und ’suchten‘ als besorgte Bürger das Gespräch.

Nach Informationen der Sächsischen Zeitung sollen Bündnismitglieder von den Angreifern als „Verbrecher“ bezeichnet worden sein. Warum nicht von vornherein Polizei am Ort des Geschehens zugegen war, erschließt sich natürlich nicht.

Ende des Jahres wurde bekannt, dass in das ehemalige Hotel „Husarenhof“ und die anliegenden Bürogebäude am Käthe-Kollwitz-Platz 300 Flüchtlinge einquartiert werden sollen. Es gründete sich daraufhin die Facebook-Gruppe „Nein zum Heim am Husarenhof“, deren Unterstützer unter anderem Unterschriftenlisten in umliegende Geschäfte auslegten, am vergangenen Freitag eine Demo mit etwa 350 Teilnehmern durchführten und die „Verschönerung von Dachstühlen“ ankündigten.