Nach 5 Jahren: Erste Bücherzelle für Bautzen

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Im Winter 2010 verkündete ich, dass es sich erledigt hat mit dem Traum, in Bautzen eine Telefonzelle, die es damals noch reichlich gab, in eine selbstverwaltete Kleinstbibliothek umzuwandeln. Die Stadtbibliothek, über die das Projekt laufen sollte, erteilte mir eine Absage: Zu wenig Personal und zu viel Angst vor Vandalismus.

Schneverdinger Bücherzelle
„Gib eines, nimm eines“ – eine Bücherzelle in Schneverdingen | Foto: Oxfordian (CC BY-ND 2.0)

Im Sommer dieses Jahres könnte es nun aber doch etwas werden, mit einer Bücherzelle im Stadtgebiet. Der Stadtfamilienrat Bautzen e.V. stellte einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung und erhielt prompt den Bescheid, eine Telefonzelle zum Zwecke des Büchertauschs aufzustellen zu dürfen. Zwar handelt es sich dabei nicht, wie damals favorisiert, um eine klassische post-gelbe Zelle, sondern lediglich um einen grau-magenta ummantelten Telekomquader – den Büchern wird dieser ästhetische Umstand jedoch herzlich egal sein.

Platziert ist der noch leere „Bücherschrank“ im Bereich Goschwitzstraße/Postplatz, unweit der Geschäftsstelle des Stadtfamilienrates. Derzeit werden noch Regale eingebaut und „eine Schulklasse vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium wird die Zelle noch dekorieren“, sagte ein Vereinsmitglied dem Oberlausitzer Kurier.

Die Büchertelefonzelle ist in den alten Bundesländern schon bekannt, nun möchten wir den Schritt auch machen und den Bautzener diesen Service bieten. Die Büchertelefonzelle soll eine Tauschbörse werden und zum lesen einladen. Man kann Bücher, die man ausgelesen hat, eins zu eins gegen andere Bücher eintauschen. Wer möchte, kann  auch direkt vor Ort auf der Parkbank in den Büchern schmökern.

Vor Beschädigung der Zelle will sich der Verein über geregelte Schließzeiten schützen. Wann das Tauschhaus aber überhaupt seine Tür für den Besucherverkehr öffnet, ist derzeit noch nicht klar.