Bautzener Security-Chef fordert mehr brennende Asylbewerberheime

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Blog-Archiv

Welche Stimmung derzeit in Deutschland herrscht, können wir tagtäglich über die wesentlichen Informationskanäle mitverfolgen. Einer dieser Kanäle heißt „Perlen aus Freital“. Dieses Blog dokumentiert das Bild vieler Deutschen in Sozialen Netzwerken, wenn es um Asylbewerber, Flüchtlinge, Ausländer geht. Da regiert blanker Hass die Szenerie.

Rassisten besitzen in jenen öffentlichen Collagen aus Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewaltverherrlichung schon lange keine Hemmungen mehr, sich mit Namen, Foto und anderen persönlich Angaben hinzustellen und beispielsweise folgendes zu schreiben:

Meiner Meinung nach brennen noch viel zu wenige Asylunterkünfte. Offensichtlich ist das der einzige Weg, die Politik wachzurütteln und zu zeigen, was Demokratie bedeutet – nämlich eine Mitbestimmung der Bürger im eigenen Land!

Dieser an Menschenverachtung kaum zu übertreffende Facebook-Kommentar wurde vom User „Einfach Mario“ unter dem Spiegel-Artikel „Attacken gegen Flüchtlinge: Terror in Deutschland“ gepostet. Geteilt wurde der Artikel zuvor von der Rassisten-Gruppe „Sachsen wehrt sich“. Hinter dem Pseudonym „Einfach Mario“ verbirgt sich, das verrät das Profil des Kommentierenden, der „Geschäftsführer bei E.Secur GmbH – Sicherheit & Laden- und Regalbau“ mit Sitz in Bautzen.

Es brennen zu wenige Heime
„Es brennen zu wenige Heime“ | Screenshot: Facebook.com

Dass der Security-Chef, der mit seinem Unternehmen bereits für ein Landeskriminalamt gearbeitet haben will, seine indirekte Aufforderung zu mehr Brandanschlägen auf Asylbewerberheime – für die er bisher sechs Likes kassierte – mit der vitalisierenden Kraft für eine demokratische Erneuerung dieser Gesellschaft begründet, ist schon nicht mal mehr zynisch. Das ist einfach nur schwerst krank. Und relevant für die Staatsanwaltschaft.

Im Übrigen hielt sich „Einfach Mario“ im Herbst 2014 bei der bekannten Bürgerinitiative „Asylbewerberheim Greenpark“ auf. Inwieweit er das heute noch tut, ist nicht klar. Zusammen mit anderen xenophoben Unternehmern positionierte er sich im November des letzten Jahres gegen die Entstehung eines Asylbewerberheims an der Flinzstraße in Bautzen. Der Oberlausitzer Kurier berichtete damals, dass sich der stämmige Geschäftsführer von der Landkreis-Politik übergangen fühlt: „Über die Köpfe der Bürger hinweg werde von oben herab entschieden. Dies habe wenig mit Demokratie zu tun.“ Für den Zuzug von Flüchtlingen musste der einfache Mario mit seiner Firma schlussendlich das Bürogebäude im Greenpark räumen.

Nun, in einer neuen Immobile angekommen, macht sich der Security-Chef anscheinend noch immer Gedanken. Über Asyl, Flucht und Vertreibung. Und wie man mit brennenden Menschen die hiesige Demokratie retten kann.

[via]

Ein Gedanke zu „Bautzener Security-Chef fordert mehr brennende Asylbewerberheime

Kommentare sind geschlossen.