Metallica in Hamburg

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Metallica spielen 2014 nur ein Solo-Konzert in Deutschland! Das Konzert, was hinter dieser Nachricht steckte, sollte schlappe 80 Euro kosten. Und da ich die Helden meiner Jugend bereits zweimal in Aktion sehen durfte, schloss ich die Newsletter-Nachricht wegen des deftigen Eintrittspreises nach kurzem Überfliegen wieder.

Nur mit viel bierseliger Überredungskunst eines Volkspolizisten und über den zweiten, deutlich preis-intensiveren Verkaufsweg (eBay), fand ich dann doch am vergangenen Mittwoch den Weg nach Hamburg. In der dortigen Imtech-Arena stieg das Sonisphere-Festival, das mit Slayer, Mastodon und Ghost würdige Vorbands bereithielt. Wegen eines kleinen Verkehrskollapses in der Hansestadt verpassten VoPo und ich beinahe alle eben genannten Musikgruppen. Von Slayer bekamen wir immerhin die letzten drei Lieder mit, und den an die Rückwand der Bühne montierten Schädel mit Wehrmachthelm, und einen SS-Totenkopf auf einem der unzähligen Verstärker. Für meinen Geschmack etwas viel NS-Memorabilia.

Und dann Metallica. Das Besondere an diesem Auftritt: Die Fans durften im Vorfeld per Voting entscheiden, welche Songs gespielt werden sollen. Herausgekommen ist eine Set-List, die nur wenige Überraschungen bereit hielt. Bis auf St.Anger (und einem neuen, nicht weiter erwähnenswerten Lied) versprühte die Hit-Abfolge den Charme eines Best-Of von 1983 bis 1998. Was definitiv nicht die schlechteste Entscheidung war. Denn Battery, Master Of Puppets, One, … And Justice for All und The Unforgiven bilden noch immer die Grundfesten des kalifornischen Metals. So war dieser Abend, der wie immer von Ennio Morricones Ecstasy Of Gold eröffnet wurde, ein Fest für alle Sinne. Denn nicht nur der Sound im Stadion des Hamburger SV war durchweg überragend, sondern auch die Bühnenshow eine Klasse für sich.

Apropos Klassen. Die Aufteilung der 45.000 Zuschauer in Fanblöcke zeigte deutlich, wer viel und wer nicht ganz so viel Geld auf Täsch hat. Sogar der Innenbereich wurde nochmals in vorn und ganz vorn unterteilt. Diejenigen, die in unmittelbarer Bandnähe bangen wollten, musst regulär über 120 Euro auf den Tresen legen. Ein Großteil derer, die sich so etwas leisten konnten, flüchteten denn auch bei den ersten Regentropfen unter das Hallendach. Dem Rest konnten die kurzen Schauer nichts anhaben, sie verloren sich zu der Zeit schon längst in Luftgitarren-Solis und wilden Mosh-Runden.

Nach 2 1/2 Stunden entließ Papa James Hetfield seine Familie wieder in die Nacht. Es wundervoller Abend!